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Putz entfernen

Putz - unverzichtbare Schicht an jeder Wand

Ein tragfähiger, sauberer Putz gehört zu jeder Wand dazu. Unterschieden werden muss dabei zwischen dem Grundputz und dem Zierputz. Beim Grundputz handelt es sich um die erste Schicht, die sich auf der nackten Mauer oder dem Wandelement befindet. Sie dient dazu, Unebenheiten, die sich aus dem Mauerwerk ergeben, auszugleichen und eine glatte, ebene Fläche herzustellen. Dabei kommen unterschiedliche mineralische Werkstoffe zum Einsatz. Verbreitet sind vor allem Gipsputz und Zementputz. Diese Schicht wird oft auch als Unterputz bezeichnet. Der Zierputz hingegen hat vor allem dekorative Aufgaben. Er ist nur eine von vielen Möglichkeiten, die mit Grundputz versehene Wand wohnlicher zu gestalten. In diesem Ratgeber-Text erhalten Sie Tipps, wie Sie den Putz entfernen.

Zierputz - eleganter Ersatz für Tapeten

Wer sich eine dauerhafte und dekorative Lösung zur Wandgestaltung wünscht, ist mit Zierputz gut beraten. Dabei handelt es sich zumeist um streichfähige Putze mit Kunstharzanteil und Kornstruktur, die in unterschiedlichen Techniken auf den Unterputz aufgetragen werden. Neben dem klassischen Weiß sind heute Zier- und Dekorputz in vielen Farben erhältlich. Sie schützen das Mauerwerk und geben mit ihrer Struktur dem Raum einen unverwechselbaren Charakter. Zierputz benötigen keine Pflege und halten Jahrzehnte. Soll der Raum nach Jahren eine neue Gestaltung erhalten, muss man jedoch meist den Rauputz entfernen.

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Warum muss Putz entfernt werden?

Viele Gründe können es notwendig machen, eine Wand bis auf das Mauerwerk von dem Grundputz zu befreien. Sehr häufig geschieht dies im Rahmen von Sanierungsmaßnahmen, wenn eine mangelhafte Tragfähigkeit der Putzschicht festgestellt wird. Aber auch in der Folge von Feuchtigkeitsschäden muss in Mitleidenschaft gezogener Putz entfernt werden. Dies erkennt man an sichtbaren Ausblühungen im Putz. Wird er entfernt, kann das Mauerwerk gründlich abtrocknen, bevor eine neue Putzschicht hergestellt wird. 

Bei Zierputz, der zu dekorativen Zwecken gedacht ist, spielen bautechnische Überlegungen meist eine untergeordnete Rolle. Vielmehr geht es darum, Strukturputz zu entfernen, um eine neue Gestaltung der Räumlichkeiten vorzunehmen. Denn Zierputz, gerade Rau- und Strukturputz, lässt sich nicht übertapezieren. Auch das Überstreichen ist problematisch, weil die Struktur des Zierputzes nach wie vor deutlich sichtbar bleiben wird. Wer sich also eine neue Gestaltung des Wohnambientes wünscht, kommt nicht darum herum, den Rauputz zu entfernen.

Wie geht man beim Putz entfernen vor?

Alten Putz zu entfernen ist eine Arbeit, vor der Heimwerker ganz zu Recht Respekt haben. Mit etwas Vorbereitung und dem Beachten einiger Faktoren ist dies aber durchaus möglich, egal, ob man Rauputz entfernen möchte oder versucht, einen anderen Strukturputz zu entfernen.

Vorbereitung

Wie bei Maler- oder Tapezierarbeiten muss zunächst der Raum vorbereitet werden. Alle Möbel und sonstige beweglichen Gegenstände müssen in das Nebenzimmer umziehen. Ideal ist ein vollkommen leerer Raum, allein schon wegen der Staubentwicklung. Die Wände müssen frei zugänglich sein. Malerfolie und Klebeband kommen zum Einsatz, um den Fußboden abzukleben oder zu schützende Elemente abzukleben, die nicht aus dem Raum entfernt werden können. Abnehmbare Fußleisten oder Steckdosen- und Lichtschalterabdeckungen sollten vor Arbeitsbeginn abmontiert werden. Soll oder will man in nur einem Raum Putz entfernen, kann sogar die komplette Türöffnung mit Malerfolie abgeklebt werden, um Staubflug zu verhindern. 

Putz entfernen - das Werkzeug

Ist die Umgebung vorbereitet, kann bereits mit der Putzentfernung begonnen werden. Für kleinere Flächen reicht das Arbeiten mit Hammer und Meißel aus. Besonders hartnäckigen Putz kann man aber auch mit dem Bohrhammer abtragen. Die dritte Möglichkeit, alten Putz zu entfernen, ist das Abtragen mit einem Langhalsschleifer. Dazu ist neben geeigneten Schleifscheiben aber auch eine Absaugvorrichtung notwendig, denn beim Putzschleifen entstehen große Staubmengen.

Hammer und Meißel zum Putz-Entfernen verwenden

Um den Putz von der Wand zu klopfen, wird der Meißel parallel zur Wand gehalten. Mit sanften Hammerschlägen wird der Putz nun abgeschlagen. Wer diese Arbeit zum ersten Mal macht, kann sich an einer unauffälligeren Stelle im Raum zunächst an der optimalen Technik versuchen und den idealen Winkel finden. Üblicherweise wird in der Raummitte begonnen und in die jeweiligen Ecken hingearbeitet. Es bietet sich an, mit moderaten Schlägen zu beginnen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie fest der Putz sitzt. So lassen sich Beschädigungen am Mauerwerk vermeiden. Diese Technik ist dann geeignet, wenn der Putz bereits lose sitzt. Oft reichen dann bereits wenige Schläge, um den Putz in Brocken herabrieseln zu lassen. Ist die Putztiefe klar feststellbar, wird der Meißel auf dieser Höhe weiter an der Wand entlanggeführt. 

Putz entfernen mit dem Bohrhammer

Bei sehr stark haftendem Putz empfiehlt sich die Verwendung eines Bohrhammers bei der Entfernung. Die Technik ist prinzipiell die gleiche wie beim Putz entfernen mit Hammer und Meißel. Jedoch ist besonders viel Feingefühl erforderlich, um eine Beschädigung des Mauerwerks zu vermeiden. 

Langhalsschleifer- und Putzfräse für besonders große Flächen

Will man auf größeren Flächen Putz entfernen, können auch Schleifer eingesetzt werden. Besonders schnell geht die Arbeit mit einer Druckluftlanze, einem Langhalsschleifer oder einer Putzfräse von der Hand. Wer diese Geräte nicht zu Hause hat, kann sie für die Arbeiten auch gezielt beim Baumarkt leihen. Es gibt auch die Möglichkeit, mit dem Schwing- oder Bandschleifer den Putz zu entfernen, dann ist die Wahl des Schleifmittels erfolgsentscheidend. Auf eine Absaugeinrichtung darf beim Putzabschleifen keinesfalls verzichtet werden. Eine Absaughaube oder ein anderes speziell abgestimmtes Absauggerät für Baustaub ist essenziell, um Gesundheitsschäden durch das Einatmen der großen Staubmengen beim Putz-Entfernen zu verhindern. 

Alten Strukturputz entfernen

Rauputz zu entfernen funktioniert etwas anders. Wer einen Strukturputz entfernen will, braucht wegen des hohen Kunstharzanteil sehr wahrscheinlich keine Maschinen. Dann kann der Putz mit Wasser und etwas Geduld durchweicht werden, indem er mit dem Schwamm gewässert wird. Der aufgeweichte Putz lässt sich dann einfach mit einem Spachtel von der Wand schaben. 

Wand nach der Putzentfernung bearbeiten

Egal, ob man einen Rauputz entfernen konnte oder eine andere Putzsorte - etwas Nachbearbeitung wird notwendig sein. Mit einer groben und einer feinen Drahtbürste werden noch lose Reste vom Putz-Entfernen abgerieben. Auch dann, wenn man Strukturputz entfernen konnte, muss dieser Schritt erfolgen. Er ist besonders wichtig, um ein optimales Haften des nächsten Putzes oder der Tapete zu gewährleisten. Wenn man alle diese Schritte erledigt und beachtet sollte Putz entfernen kein Problem mehr sein.

Außenputz
Expertentipps, Wände verputzen2, 960x490
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Alten Putz entfernen - diese vier Fragen werden häufig gestellt 

Welche Schutzausrüstung braucht man zum Putz-Entfernen?

Wer alten Putz entfernen will, sollte auf jeden Fall Schutzausrüstung in Form von Handschuhen, Schutzbrille und gegebenenfalls Gehörschutz getragen werden. Auch eine Staubmaske ist hilfreich, gerade, wenn der Putz beim Entfernen zur Staubentwicklung neigt. Zum Schutz der Umgebung sind Abdeckfolien notwendig, mit denen Möbel oder gleich ganze Räume vor der Staubentwicklung geschützt werden können. 

Wie entsorgt man alten Putz nach dem Entfernen?

Abgeschlagener Putz wird als Bauschutt entsorgt. Da es sich dabei um lockeres Material handelt, vergrößert dazwischenliegende Luft das tatsächliche Volumen. Pro Quadratmeter fallen etwa 20 kg Putz an. Bei größeren Renovierungsarbeiten sollte daher eine Schuttmulde beim Putz-Entfernen bereitstehen. 

Wird der Putz bis auf die Grundmauer entfernt?

Nur dann, wenn das Mauerwerk wegen Beschädigungen oder Feuchtigkeitsschäden saniert werden soll, wird der Putz entfernt bis auf die nackte Wand. Geht es um dekorative Renovierungsarbeiten wird lediglich die Oberputzschicht, beispielsweise ein Strukturputz, abgetragen. Dieser Putz ist in der Regel weicher, was die Entfernung erleichtert. Der Unterputz bleibt dann erhalten. 

Der Putz ist ab. Welche Nachbehandlung benötigt die Wand?

Auch bei großer Sorgfalt ist es wahrscheinlich, dass beim Putz-Entfernen kleinere Risse oder Unebenheiten im Unterputz entstehen. Diese müssen ausgeglichen werden, bevor weitere Arbeiten an der Wand ausgeführt werden können. Dazu eignet sich das Reparieren dieser Fehlstellen mit Spachtelmasse. Ist die Wand ausgeglichen, kann sie für ein perfektes Ergebnis noch mit feinkörnigem Schleifpapier und einem Schwingschleifer nachgeschliffen werden.

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