rollladen richtig einbauen

Mehr als nur Sichtschutz: Rollladen auswählen, nachrüsten & reparieren


Der Rollladen ist ein vielseitiger Allrounder. Er schützt vor neugierigen Blicken, schirmt im Sommer die Sonnenstrahlen ab und sorgt im Winter für besseren Wärmeschutz. Moderne Exemplare erschweren Einbrechern den Zutritt zu Ihrem Zuhause und sehen zudem dekorativ aus. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Arten es gibt und was es bei Neubau, Nachrüstung & Co. zu beachten gibt.


Wie funktionieren Rollladen?

Die Funktionsweise von Rollladen (auch: Rollläden) ist vergleichsweise simpel. Der aus mehreren Profilstäben bestehende Panzer wird manuell oder elektrisch herabgelassen. Dicke, Breite, Formgebung, Farbe und Material der Profile können variieren. Seitlich verläuft der Rollladenpanzer in Führungsschienen, die ein Verrutschen verhindern. Im hochgezogenen Zustand ist der Rollladen über einer Welle aufgerollt, die sich im Inneren des Rollladenkastens befindet. Klassisch verdunkeln Sie das Fenster mit Rollladen per Hand mittels Gurtsystem oder Kurbelsystem und der Rollladenpanzer rollt sich ganz oder teilweise ab. Der elektrische Rollladen lässt sich komfortabel einfach per Knopfdruck, Fernbedienung oder App bedienen.


Der Aufbau eines Rollladens

Ein Rollladen besteht im Wesentlichen aus folgenden Komponenten:
 
Rollladenpanzer
Dieser auch als Rollpanzer oder Rollladenbehang bezeichnete Panzer ist das Herzstück Ihres Rollladens und sorgt im herabgelassenen Zustand für die eigentliche Verdunkelung. Er besteht aus einzelnen Profilen, die beweglich miteinander verbunden sind. Diese Stäbe gibt es in vielen Größen und Formen, entscheidend sind jeweils die Anforderungen an Stabilität und Qualität. Erhältlich sind einwandige Rollladenstäbe oder Hohlkammerprofile. Letztere sind für bessere Steifigkeit und höhere Wärmedämmung weiterhin auch als ausgeschäumte Varianten zu finden. Meist sind im unteren Abschnitt der Profile schmale Lichtschlitze zu sehen, die eine flexible Regulierung der Lichtverhältnisse ermöglichen und gleichzeitig ein besseres Hinterlüften des Rollladens ermöglichen.

Seitliche Führungsschienen
Die rechts und links angebrachten Führungsschienen sorgen für eine gleichmäßige Führung des Rollladenpanzers und verleihen ihm mehr Stabilität. Zudem verhindern die Schienen, dass die Profile verrutschen oder von stärkerem Wind gegen die Fensterscheibe gedrückt werden. Teilweise sind sie zusätzlich mit Bürsten ausgestattet, die bei Betätigung des Rollladens die Geräuschentwicklung etwas dämpfen sollen.
 
Rollladenkasten & Welle
Im Inneren des Rollladenkastens finden Sie die Welle, auf der sich der aufgerollte Rollladen befindet. Wenn Sie ein Fenster mit Rollladen ausstatten möchten, können Sie zwischen Aufsatz- und Vorbaurollladen wählen. Der Ballendurchmesser des hochgezogenen Rollladens ist abhängig von Dicke und Formgebung der Stäbe. Bei einer Spannweite von mehr als 2,5 m müssen die Rollladenstäbe für mehr Stabilität entsprechend dicker und robuster sein, daher ist hier der Ballendurchmesser entsprechend größer. Neben der Welle ist im Rollladenkasten auch das Antriebssystem untergebracht.
 
Bedienelemente und Antrieb
Bei der manuellen Bedienung ziehen Sie an einem Gurt, der um eine Gurtscheibe gewickelt ist, und der Rollladen wird allmählich auf die Welle gewickelt. Beim Lösen des Gurtes rollt sich der Rollladen durch sein Eigengewicht wieder ab. Bei großen Fenstern und entsprechend schweren Rollladen kommt wegen des hohen Gewichts des Rollladenpanzers häufig ein Kurbelgetriebe zum Einsatz. Dies erleichtert die Bedienung, da Sie aufgrund des größeren Übersetzungsverhältnisses deutlich weniger Kraft aufwenden müssen. Der elektrische Rollladen bietet besonders hohen Bedienkomfort, da zur Steuerung lediglich ein Knopfdruck genügt.

 

Der Rollpanzer: Materialien im Überblick

Für die Profile des Panzers sind diverse Materialien im Einsatz, die jeweils unterschiedliche Eigenschaften aufweisen. Wenn Sie Fenster mit Rollladen ausstatten möchten, sollten Sie sich vor dem Kauf eingehend mit der Art des Rollpanzers befassen. Kunststoff und Aluminium sind zwar die beliebtesten Varianten, je nach Anforderung können allerdings auch Profile aus Edelstahl oder Holz sinnvoll sein. Um Ihnen die Entscheidung etwas zu erleichtern, gehen wir nachstehend näher auf die unterschiedlichen Materialien ein.
 
Kunststoff
In der Regel bestehen Kunststoff-Profile aus Hart-PVC (Polyvinylchlorid). Im Vergleich zu anderen Materialvarianten sind diese Rollladen preisgünstiger und erfordern meist nur einen geringen Pflegeaufwand. Moderne PVC-Profile sind in vielen Farben erhältlich, Sie profitieren bei diesen Rollladen daher von einer großen Gestaltungsfreiheit. Durch starke Witterungseinflüsse kann das Material nach einigen Jahren an Stabilität verlieren und spröde werden. Vergilben ist bei modernen Kunststoff-Profilen zwar nicht ausgeschlossen, kann aufgrund spezieller Zusatzstoffe jedoch deutlich vermindert werden. Als Einbruchschutz eignen sich Kunststoff-Profile nicht, da sie sich leicht verbiegen oder zerschneiden lassen. Anders als Metall bietet Kunststoff hingegen auch ohne PU-Aufschäumung eine relativ gute Wärmedämmung.
 
Aluminium
Dieses robuste Material ist witterungsbeständiger und bietet eine lange Haltbarkeit. Die verminderte Wärmedämmung von Aluminium lässt sich durch Ausschäumung verbessern, gleichzeitig sorgt dies zusätzlich für eine höhere Schalldämmung. Auch nach Jahren verfärben sich die pflegeleichten Profile nicht und behalten ihre Stabilität. Wenn sie stärkerem Wind ausgesetzt sind, können sich die Profile mit der Zeit allerdings etwas verbiegen. Erhältlich sind stranggepresste oder rollgeformte Aluminium-Rollpanzer. Letztere sind als Hohlkörper mit dünnerer Wandung ausgeführt, die für bessere Stabilität ausgeschäumt sind. Aufgrund des verminderten Materialeinsatzes sind sie etwas leichter und zudem meist auch günstiger als die stranggepressten Profile, die beispielsweise bei speziellen Sicherheitsrollladen im Einsatz sind. In Verbindung mit einer Hochschiebesicherung lässt sich die Einbruchhemmung der Aluminium-Rollladen noch verbessern.

Edelstahl
Ein Edelstahl-Rollladen ist besonders stabil und deutlich schwerer als die Aluminium- oder Kunststoff-Varianten. Das Material zeigt auch nach vielen Jahren keine wesentlichen Alterungserscheinungen, rostet nicht und neigt nicht zu Verfärbungen. Es ist zudem pflegeleicht und sehr widerstandsfähig. Nachteilig sind das hohe Eigengewicht, die sehr geringe Wärmedämmung und der hohe Anschaffungspreis. Aufgrund des deutlich höheren Gewichts ist hier der elektrische Rollladen eine gute Wahl. Edelstahl ist dank seiner besonderen Materialeigenschaften ideal für höheren Einbruchschutz. Ein Fenster mit Rollladen bietet in Verbindung mit einer Hochschiebesicherung einen besonders hohen Schutz gegen Einbrecher.

Holz
Für den Rollladen ist Holz nur noch selten im Einsatz. In erster Linie liegt dies am vergleichsweise hohen Pflegeaufwand, den dieser natürliche Werkstoff im Laufe der Jahre benötigt. Bei dem Naturmaterial ist es erforderlich, die Oberfläche der Wetterseite mindestens alle zwei Jahre mit Lack oder Lasur zu behandeln. Der Anstrich muss regelmäßig erneuert werden, da er das Material vor Feuchtigkeit und Verwitterung schützt. Bei richtiger Pflege sind Holz-Profile lange haltbar und sehen auch nach mehreren Jahrzehnten noch sehr dekorativ aus. Ein Holz-Rollladen kann als stilgebendes Element die Fassadengestaltung bereichern und eignet sich beispielsweise für denkmalgeschützte Häuser oder Gebäude im Landhausstil. Positiv sind die wärmedämmenden Eigenschaften des Holzes sowie die gute Einbruchhemmung.

Rollladenkasten
Velux Dachbalkon-Elemente
Velux Dachbalkon-Elemente 490x250

Allrounder mit mehreren Funktionen

Moderne Rollladen übernehmen mehrere Funktionen und dienen nicht nur zur Verdunkelung oder als Sichtschutz gegen neugierige Blicke. Im direkten Vergleich mit handlichen Innenraum-Rollos bietet ein Außenrollladen noch weitere Vorteile:

  • Sonnenschutz
  • Wärmeschutz
  • Schallschutz
  • Einbruchschutz

Wenn Sie jedes Fenster mit Rollladen ausstatten, profitieren Sie von einem facettenreichen Funktionsumfang. Wir gehen daher auf die einzelnen Faktoren etwas näher ein, um Ihnen die Vorteile genauer zu verdeutlichen.

 
Sonnenschutz für angenehme Raumtemperaturen

Blendende Sonnenstrahlen erschweren die Arbeit am Bildschirm stark und wirken sich störend auf den TV-Genuss aus. Wenn Sie das Fenster mit Rollladen schützen, reduzieren Sie den Lichteinfall und verhindern diese Blendwirkung. Dies sorgt zusätzlich für den angenehmen Nebeneffekt, dass sich die Innenräume weniger schnell aufheizen. In manchen Häusern können im Sommer durch starke Sonneneinstrahlung durchaus unangenehm hohe Innenraumtemperaturen entstehen. Schützen Sie ein Fenster mit Rollladen, kann dies die Strahlung um rund 90 Prozent reduzieren. Der elektrische Rollladen ist häufig mit interessanten Zusatzfunktionen ausgestattet, zu denen beispielsweise auch eine licht- oder zeitabhängige Steuerung für einen optimierten Sonnenschutz gehören kann.
 

Wärmeschutz & Heizkosten-Ersparnis

Wenn ein Fenster mit Rollladen ausgestattet ist, profitieren Sie in der kalten Jahreszeit meist auch von besserem Wärmeschutz und geringeren Heizkosten. Diese Ersparnis geht auf eine schützende Luftschicht zurück, die sich bei geschlossenem Rollladen zwischen Fensterscheibe und Rollladenpanzer befindet. Da Luft ein schlechter Wärmeleiter ist, kann die warme Luft aus den Innenräumen nicht mehr so leicht nach außen gelangen. Der Effekt des Rollladens als Wärmeschutz ist durchaus beeindruckend. Im Rahmen der Hessischen Energiesparaktion hat das Institut für Wohnen und Umwelt (IWU) ermittelt, wie sich der Wärmeverlust bei einem Fenster mit Rollladen im Vergleich zur reinen Verglasung reduzieren lässt:

  • Wärmeschutzglas und geschlossener Rollladen: Wärmeverlust sinkt um ca. 35 Prozent
  • Isolierverglasung und geschlossener Rollladen: Wärmeverlust sinkt um ca. 80 Prozent

Diese Dämmwirkung lässt sich mit wärmedämmenden Rollladen sogar noch verstärken. Bei diesen speziellen Exemplaren sind die hohlen Stäbe des Rollladenpanzers mit Dämmstoff gefüllt, um den Wärmedurchgang weiter zu reduzieren. Die Wärme kann somit noch besser im Innenraum gehalten werden. Wenn Sie Fenster mit Rollladen ausstatten, beeinflusst dies maßgeblich auch die Energieeffizienz Ihres Hauses. Die energietechnische Relevanz ist jedoch abhängig von mehreren Faktoren wie beispielsweise der Qualität der Verglasung und der Nutzung der Rollladen.

 
Schallschutz gegen Lärm von außen

Wenn der Abstand zwischen Fenster und Rollladen mehr als 50 mm beträgt, profitieren Sie zusätzlich von verbessertem Schallschutz. Je größer die Entfernung ist, umso höher ist auch die Schalldämmung. Bei einem Abstand von ca. 100 mm oder mehr können Sie im Einzelfall eine Dämmwirkung von ca. 10 bis 15 dB (Dezibel) erreichen. Abhängig ist diese Schalldämmung allerdings auch von weiteren Faktoren:

  • Die einzelnen Glieder des Panzers müssen fugendicht aufeinander passen
  • Der Rollladen sitzt passgenau in den seitlichen Führungsschienen
  • Der Panzer schließt nach unten dicht ab
  • Hohlprofile beinhalten Dämmmaterial
  • Die Stäbe bestehen aus Holz oder Aluminium
     

Einbruchschutz durch spezielle Rollladen

Die klassischen Exemplare sind für Einbrecher meist kein großes Hindernis. Einbruchhemmende Spezial-Rollladen sind hingegen mit zusätzlichen Sicherheitsmechanismen ausgestattet, die Langfingern den Zutritt zu Ihrem Zuhause deutlich erschweren:

  • Sperre gegen das Aufschieben des Rollladens
  • Geschützter Rollladenkasten
  • Verstärkter Schlussstab (erschwert das Herausreißen des Rollladens)
  • Verstärkte Führungsschienen

    
Rollladenelemente aus robustem Metall

Wenn Sie sich für den Kauf von Spezial-Rollladen entscheiden, sollten Sie grundsätzlich auf die Angaben zur Widerstandsklasse achten. Nach DIN EN 1627 erfolgt die Einteilung von RC1 (niedrig) bis RC6 (hoch).

Tipp: Der elektrische Rollladen lässt sich als Spezial-Variante auch mit praktischer Zeitsteuerung kombinieren. Bei Abwesenheit kann das gesteuerte Öffnen und Schließen des Rollladens zusätzlich abschreckend wirken.


Welche Rollladen-Arten gibt es?

Grundsätzlich lassen sich die meisten Rollladen in drei Kategorien unterteilen: Einbaurollladen, Vorbaurollladen und Aufsatzrollladen.

Einbau-Rollladen
Beim konventionellen Einbau ist der Rollladenkasten durch die Verkleidung (Putz, Klinker etc.) verdeckt und spielt als optisches Gestaltungselement der Fassade somit keine Rolle. Diese Variante ist in der Regel nur bei Neubauten sinnvoll, da der nachträgliche Einbau mit übermäßig hohen Kosten verbunden ist. Diese Punkte sprechen für den Einbau-Rollladen:

  • Unsichtbar in die Fassadengestaltung integriert
  • Rollladenkasten ist gegen Witterungseinflüsse geschützt
  • Reparatur- und Wartungsarbeiten erfolgen über die außen angebrachte Revisionsblende

Vorbaurollladen

Wenn Sie nachträglich einen Rollladen installieren möchten, bietet sich der Vorbaurollladen als vergleichsweise günstige und praktische Variante an. Er wird in der Fensternische vor das Fenster oder an der Fassade befestigt und ist somit von außen sichtbar. Wie er angebracht wird, hängt von den baulichen Gegebenheiten sowie von Ihren persönlichen Vorstellungen ab. Wird der Vorbaurollladen in die Fensterlaibung integriert, lässt sich ein bündiger Abschluss mit dem Mauerwerk erzielen. Für eine möglichst optimale Wärme- und Schalldämmung sind die Vorbaurollladen eine gute Wahl. Bei der Montage wird die Führungsschiene mittels Schrauben und Dübeln auf dem Mauerwerk befestigt. Bei einer professionellen und sauberen Ausführung dieser Arbeiten lassen sich Wärme- und Kältebrücken effektiv vermeiden.

Aufsatzrollladen
Diese Variante wird auf das Fenster aufgesetzt, der Rollladenkasten befindet sich somit direkt auf dem Fensterrahmen und grenzt gleichermaßen an den Außenbereich sowie die Innenräume. Meist werden diese beide Komponenten zusammen eingebaut. Dabei verringert sich allerdings der Platz für das Fenster, eine genaue Planung ist daher unverzichtbar. Der Kasten ist in der Regel ganz oder zumindest teilweise sichtbar, lässt sich allerdings auch verputzt oder mittels Blenden in die Fassadengestaltung einbeziehen. Ein Aufsatzrollladenkasten aus Styropor zeichnet sich durch gute Wärmedämmung aus und ist daher ideal zur Vermeidung von Wärmebrücken. Positiv sind insbesondere folgende Aspekte:

  • kein aufgesetzter Kasten sichtbar
  • Kasten ist besser gegen Witterungseinflüsse geschützt

Der elektrische Rollladen: Komfort per Knopfdruck

Alternativ zur manuellen Bedienung können Sie sich für die elektrische Rollladen-Variante entscheiden, die sich deutlich komfortabler bedienen lässt. Den Antrieb übernimmt ein in die Rollladen-Welle integrierter Rohrmotor, den Sie einfach per Knopfdruck bedienen. Je nach Modell ist der elektrische Rollladen per Schalter an der Wand, mit der Fernbedienung oder mittels einer App sogar über Smartphone oder Tablet steuerbar. Sie können den Rollladen ganz komfortabel von der Couch aus bedienen oder mit einem Timer auch bei Abwesenheit für ausreichenden Sicht- und Sonnenschutz sorgen.

Der elektrische Rollladen benötigt einen Stromanschluss, allerdings gibt es inzwischen auch umweltfreundliche Exemplare mit Solarenergie-Nutzung. Unabhängig von der Wahl der Energieversorgung bietet der elektrische Rollladen in Kombination mit speziellen Sensoren bei Bedarf sogar eine vollautomatische Steuerung. Erhältlich sind beispielsweise Sonnenlicht- und Dämmerungssensoren, Windsensoren oder Glasbruch-Sensoren, die dafür sorgen, dass sich der Rollladen im richtigen Moment automatisch schließt. Der elektrische Rollladen ermöglicht je nach Ausführung die Anbindung in Ihr heimisches Smart-Home-System.


Achten Sie beim Rollladenkauf auf diese Auswahlkriterien

Wenn Sie sich nach einem passenden Rollladen umsehen, sehen Sie sich mit einem großen Angebot konfrontiert. Unterschiedliche Arten, Dicken, Breiten, Formen, Materialien und Bedienelemente gilt es zu vergleichen, wenn Sie ein Fenster mit Rollladen ausstatten möchten. Die folgende Checkliste greift wichtige Punkte dieses Ratgebers auf und soll Ihnen die Kaufentscheidung erleichtern:

  • Der Einbau-Rollladen eignet sich eher nur für den Neubau, während Sie Aufsatz- oder Vorbau-Rollladen auch im Rahmen einer Renovierung bzw. Sanierung nachrüsten können.
  • Wenn Sie den Rollladen selbst verbauen, sollten Sie vor dem Kauf die Fensterlaibung genau ausmessen.
  • Gängige Rollladen-Materialien sind Kunststoff und Aluminium, zudem gibt es Produkte aus Edelstahl oder Holz. Welches Material Sie wählen, hängt von Ihrem Budget sowie von Ihren individuellen Anforderungen an Faktoren wie Design, Robustheit, Einbruchschutz oder Wärmedämmung ab.
  • Für eine möglichst lange Lebensdauer ist eine gute Produktqualität entscheidend. Achten Sie daher auf Aspekte wie eine kugelgelagerte Stahlwelle oder Führungsschienen aus stranggepresstem Aluminium.
  • Erhältlich sind manuelle und elektrische Rollladen-Varianten. Für große Flächen ist aufgrund des hohen Gewichts der motorbetriebene Rollladen die bessere Wahl.
  • Nicht jeder Rollladen schützt automatisch vor Einbrüchen. Achten Sie beim Kauf auf die angegebene Widerstandsklasse, falls Sie Wert auf einen möglichst hohen Einbruchschutz legen.

Rollladen nachrüsten: Profi oder Heimwerker?

Bei Sanierungs- und Renovierungsmaßnahmen ist häufig die Nachrüstung mit Vorbau- oder Aufsatzrollladen geplant. Falls der Austausch der Fenster vorgesehen ist, sind Sie bei der Auswahl flexibel. Es bietet sich bei dieser Gelegenheit zwar der Einbau von Aufsatzrollladen an, allerdings können Sie auch die unkomplizierteren Vorbau-Rollladen wählen. Da Arbeiten an der Fassade erforderlich sind und eine fehlerhafte Montage die Funktionsfähigkeit beeinträchtigen kann, sollten unerfahrene Hausbesitzer die Nachrüstung versierten Profis überlassen.

Wenn Sie über das entsprechende Know-how verfügen, spricht allerdings nichts dagegen, dass Sie diese Arbeiten selbst durchführen. Der Einbau des Aufsatzrollladens erfordert etwas mehr Fachkenntnisse, während der Vorbau-Rollladen in der Regel deutlich einfacher nachzurüsten ist. Unabhängig von der Wahl der Rollladenart ist in jedem Fall genaues Messen unverzichtbar, zudem sollten alle Arbeiten möglichst präzise ausgeführt werden, damit der Rollladen später einwandfrei funktioniert.
 

Rollladen reparieren: Tipps & Tricks

Der Gurt ist gerissen, der Rollladen klemmt oder ein Rollladenprofil ist gebrochen? Nicht in jedem Fall ist die Hilfe eines Profis erforderlich – mit etwas handwerklichem Geschick können Sie einige Arbeiten auch durchaus selbst ausführen. Welche Werkzeuge und Materialien Sie benötigen, hängt in erster Linie von der Art der Beschädigung ab. Im Handel sind viele Rollladen-Ersatzteile erhältlich, die Ihnen eine kostengünstige Selbstreparatur ermöglichen. Nachfolgend finden Sie ein paar Beispiele, die sich von versierten Heimwerkern schnell selbst beheben lassen:

Der Rollladen klemmt
Das Klemmen bei einem Fenster mit Rollladen kann unterschiedliche Ursachen haben, daher sollten Sie zunächst den Grund für das Problem herausfinden. Häufig hat sich die Welle im Inneren des Rollladenkastens verklemmt, meist lässt sie sich mit etwas Geschick manuell drehen. Falls die Lager für das Klemmen verantwortlich sind, müssen Sie diese ersetzen.

Die Profile klemmen in der Führungsschiene fest
Klopfen Sie die einzelnen Profile im geöffneten Rollladenkasten vorsichtig wieder in die richtige Position. Falls sich die Führungsschiene verzogen hat, ist der Einbau einer Ersatzschiene erforderlich.

Der Rollladengurt wickelt sich nicht mehr auf
Der Grund für dieses Problem ist meist eine ausgeleierte oder defekte Feder im Gurtwickler. Ist das der Fall, kann sich der Gurt nicht mehr automatisch aufrollen. Manchmal genügt es, wenn Sie den Gurtwickler neu spannen. Falls der Gurt sich auch dann nicht aufwickelt, ist ein Austausch des Gurtwicklers unumgänglich.

Der Rollladengurt ist gerissen
Ein gerissener Gurt lässt sich austauschen, im Handel sind jeweils passende Ersatzteile erhältlich.
 
Der Rollladen klappert plötzlich
Gummi- oder Bürstenbänder in den Führungsschienen sorgen in der Regel dafür, dass der Rollladen bei stärkerem Wind nicht klappert. Mit der Zeit können diese Bänder jedoch spröde werden und sich abnutzen und das störende Klappern stellt sich ein. Bei den meisten Rollladen können Sie diese Verschleißteile mit wenigen Handgriffen austauschen.

Tipp: Ältere Rollladenkästen sind meist nicht ausreichend gedämmt. Falls Sie den Kasten im Zuge einer Reparatur öffnen, sollten Sie sich die vorhandene Dämmung ansehen und sie im Zweifelsfall ergänzen oder erneuern. In unseren Expertentipps finden Sie praktische Informationen zur Rollladenkasten-Dämmung.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welche Bedienvarianten gibt es?
Manuell können Sie einen Rollladen mittels Gurt oder Langhandkurbel bedienen. Bei elektrisch bedienbaren Rollladen sind zusätzliche Funktionen wie Funksteuerung, Timer oder Sensorautomatik möglich.
 
Gibt es Rollladen für Dachfenster?
Sie können nahezu jedes Fenster mit Rollladen ausstatten, auch für Dachfenster gibt es passende Produkte von unterschiedlichen Herstellern. Der manuelle oder elektrische Rollladen lässt sich meist problemlos nachrüsten, und für den Dachausbau gibt es passende Fenster mit Rollladen. Laut Velux kann bei einem Dachfenster mit Rollladen die Hitze um bis zu 92 Prozent reduziert werden.

Kann der elektrische Rollladen mit einer Funksteuerung nachgerüstet werden?
Die Nachrüstung ist bei den meisten Elektro-Rollladen problemlos möglich. Sie benötigen dazu einen Sender, einen Empfänger sowie je nach Bedarf auch einige Sensoren. Als versierter Heimwerker können Sie den Empfänger einfach in die Unterputzdose des bisher genutzten Schalters einbauen.

Welche Reinigungsmittel sind für die Reinigung des Rollladens empfehlenswert?
In den meisten Fällen genügt es, wenn Sie Kasten und Rollpanzer mit klarem Wasser und einem weichen Tuch reinigen. Bei hartnäckigen Verschmutzungen (Insektenreste, Vogelkot etc.) können Sie zusätzlich etwas Geschirrspülmittel nutzen. Tabu sind jedoch in jedem Fall Scheuermilch sowie aggressive Reiniger, da diese das Material angreifen und beschädigen können.

Ab welcher Rollladengröße ist eine Aufzugserleichterung empfehlenswert?
Aufgrund des hohen Gewichts sind bei Flächen von etwa 3 bis 4 m² motorisierte Rollladen zu empfehlen, die eine komfortablere Bedienung ohne Kraftaufwand ermöglichen. Der elektrische Rollladen ist in vielen Größen erhältlich, abhängig von der körperlichen Verfassung des Nutzers kann auch bei kleineren Modellen eine Aufzugserleichterung sinnvoll sein.

Das könnte Sie auch interessieren:

Expertentipp hauswandsanierung

Sanierung von Außenwänden.

pu schaum montage schaum

Abdichten und dämmen mit PU-Schaum.

balkon richtig abdichten

Balkon abdichten.