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Granitplatten

Expertentipp: Granitplatten verlegen

Granit ist ein Naturstein, dem weder Frost noch Hitze schaden können. Wenn Sie einen natürlichen Baustoff verwenden wollen, der zudem in vielen Musterungen und Farbschattierungen erhältlich ist, sind Granitplatten eine ausgezeichnete Wahl. Sie können sowohl innen im Haus als auch außen auf der Terrasse verlegt werden. Hier erfahren Sie, auf was Sie bei der Auswahl von Granitplatten achten müssen und wie Sie diese selbst verlegen können.

Natürlich aus dem Inneren der Erde

Tief in der Erde ist das Gestein durch die Hitze des Erdkerns geschmolzen. Erstarrt es, bildet sich Granit. In der Hauptsache besteht dieser aus Feldspat, Quarz und Glimmer, je nach Herkunft in unterschiedlich große Anteilen. Da von diesen drei Anteilen jeder einzeln auskristallisiert, lassen sie sich in den Granitplatten gut erkennen. Für die unterschiedlichen Farben der Platten sorgen die ebenfalls enthaltenen Tonerden. Granit kommt auf der ganzen Welt vor, doch jedes Vorkommen unterscheidet sich nicht nur hinsichtlich seiner farblichen Besonderheiten, sondern auch in ihren Eigenschaften. Während manche Granitplatten wirklich "hart wie Granit" sind, gibt es andere, die weniger beständig sind. Stammt das Gestein aus China oder den USA, kann nach deren Normen auch anderes magmatisches Gestein als Granit bezeichnet werden, obwohl die Platten aus Diabas oder Basalt bestehen. Entsprechen die Granitplatten der Europäischen Norm EN 12440, können Sie dagegen sicher sein, dass Sie wirklich Granit erhalten und damit auch Granitplatten verlegen können. Nur echter Granit ist porenfrei und damit tatsächlich dicht gegenüber jeglichen Flüssigkeiten. Allerdings werden granitähnliche Platten im Handel angeboten, die diesem täuschend ähnlich sehen, aber deutlich weniger wiederstandsfähig sind.

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Granitplatten vor dem Verlegen zuschneiden

Granit ist ein hartes Gestein. Müssen die Platten zugeschnitten werden, damit diese letztendlich gut auf die Terrasse passen, sollten Sie aus dem Baumarkt einen Nassschneidetisch ausleihen, besonders dann, wenn Sie mehrere Platten zuschneiden müssen. Eine Diamantscheibe trennt den Granit, während ein präzise ausgerichteter Wasserstrahl den Staub bindet. Damit können Sie die Schnitte wesentlich präziser durchführen als mit einer freihändig gehaltenen Flex.

Die richtige Art der Verlegung wählen

Mit Granitplatten in ihren unterschiedlichen Farbtönen können Sie gut unterschiedliche Muster realisieren. Sie können die Platten entweder ganz gerade und im Versatz verlegen, aber auch auf Fuge arbeiten. Allerdings strahlt der Granit in der Hauptsache seine gesprenkelte Pfeffer- und Salzoptik aus, die mit einer unauffälligen Verlegeart am besten harmoniert.

Wie viel Gewicht müssen die Granitplatten tragen?

Werden die Granitplatten auf der Terrasse verlegt, die lediglich von Ihnen und Ihren Besuchern begangen wird, reicht eine Tragschicht von fünfzehn Zentimetern Schotter aus. Wollen Sie jedoch mit Ihrem Auto über die Granitplatten fahren, sollte der Unterbau entsprechend aus einem Schotter-Sand-Gemisch mit einer Dicke von mindestens 25 Zentimetern ausgebildet werden.

Granitplatten lose verlegen

Auf Ihrer Terrasse können Sie die Granitplatten einfach lose auf Edelsplitt und einer Tragschicht aus Schotter verlegen. Da bei dieser Variante kein Mörtelbett benötigt wird, lässt sie sich relativ einfach verwirklichen. Zudem ist diese Verlegeart preisgünstig und die Platten lassen sich bei Bedarf einfach austauschen. Schlagen Sie einfach Holzpflöcke an den Enden Ihrer künftigen Terrasse ein und spannen Sie die Fläche mit Schnüren ab. Falls Sie zusätzlich zu den Granitplatten auch eine Einfassung wünschen, sollten Sie an den Rändern genug Platz dafür lassen. Anschließend heben Sie den Boden auf dieser Fläche in einer Tiefe von gut 35 Zentimetern aus. Achten Sie darauf, dass die Fläche über ein leichtes Gefälle von bis zu drei Prozent verfügt, damit das Wasser immer von der Terrasse abfließen kann. Prüfen Sie die Neigung einfach mit einer Wasserwaage. Anschließend wird auf der Fläche fünfzehn Zentimeter Schotter verteilt und verdichtet. Hierfür ist eine Rüttelplatte hervorragend geeignet.


Tipp: Rüttelplatten und andere kleine Baumaschinen können Sie oft bei Ihrem örtlichen Baumarkt ausleihen.
Anschließend sorgen Sie mit Maurerschnur oder Abziehschienen dafür, dass Sie die Granitplatten so verlegen können, dass sämtliche Fugen gerade verlaufen. Schütten Sie Edelsplitt auf die Schotterfläche und ziehen Sie ihn mit einer Richtlatte ab. Damit Wasser immer gut ablaufen kann, sollte die Lage aus Edelsplitt mindestens fünf Zentimeter dick sein. Ist alles gerade, können Sie die Granitplatten verlegen: Sie kommen lose auf den Edelsplitt und werden mit einem Gummihammer fixiert. 
Tipp: Wenn Sie Farbspuren auf den Granitplatten vermeiden wollen, benutzen Sie lieber einen hellen Gummihammer.

Granitplatten im Mörtelbett verlegen

Selbstverständlich können Sie die Granitplatten auch im Mörtelbett verlegen. Zwar hat diese feste Verlegung Ihre Vorteile, ist aber nicht ganz so einfach in der Ausführung. Sind die Granitplatten nicht ganz eben, können Sie das mit dem Mörtelbett leicht ausgleichen.


Achtung: Damit sich die Platten im Lauf der Zeit nicht verfärben, sollten Sie für die Fugen nur Natursteinkleber verwenden. 
Der Arbeitsablauf beginnt wie beim lose Verlegen mit dem Ausheben der Fläche und dem Einbringen der Tragschicht aus Schotter. Über dem verdichteten Schotter verteilen Sie frischen Einkornmörtel. Bevor Sie die Granitplatten in das Mörtelbett legen, müssen Sie eine sogenannte Haftschlämme auf der Rückseite mit Zahnspachtel verteilen. Die Fugen zwischen den Platten werden schließlich mit Fugenmörtel verfüllt.

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Den Granit richtig verfugen

Während die Granitplatten selbst äußerst robust, abriebfest, frostsicher, aber auch beständig gegenüber Säuren oder Salzen sind, gilt das nicht in jedem Fall für die Fugen. Grundsätzlich sollten Sie hinsichtlich der Fugen wissen, dass sich diese bei Kälte oder Wärme anders ausdehnen als der Granit selbst. Damit können sich bei Temperaturschwankungen an den Kanten zwischen Granit und Fugenmörtel feine Haarrisse bilden. Dringt dort Wasser ein und gefriert, werden die Fugen poröser und der Belag platzt auf. Sind die Granitplatten mit einem zu geringen Gefälle verlegt, geht diese Entwicklung noch schneller voran. Regent es, bildet sich Staunässe auf den Granitplatten, die in die Fugen eindringen kann. Verlegen Sie Ihren Granit auf der Terrasse und füllen die fugen mit einem frostfesten Fugenmörtel, müssen Sie diesen gelegentlich erneuern.

Die Fugen offen lassen

Bleiben die Fugen zwischen den Granitplatten offen, kann Regen- oder Schmelzwasser einfach versickern. Das gilt vor allem für die Granitplatten, die Sie im Außenbereich auf einem Schotter und Edelsplitt Bett verlegen. Füllen Sie die Fugen zwischen den Steinen einfach mit feinem Splitt oder Sand. Entscheiden Sie sich für Basaltmehl, fegen und bürsten Sie dieses einfach trocken in die Fugen ein, sämtliche anderen Gesteinsmehle und Sande werden gleichmäßig auf den Platten verteilt und eingeschlämmt.

Im Haus Granitplatten verlegen

Selbstverständlich können Sie den robusten Granit nicht nur auf Ihrem Balkon oder der Terrasse verlegen, sondern auch auf sämtlichen Bereichen im Haus. Gerade der helle Granit mit seinen getüpfelten Anteilen liegt als Bodenbelag in Wohnräumen im Trend. Wenn Sie Granitplatten oder Granitfliesen im Haus verlegen wollen, können Sie diese direkt auf den Estrich verlegen. Grundieren Sie zunächst den Estrich mit einem Tiefengrund und tragen Sie anschließend Dünnbettmörtel auf. Wenn Sie den Mörtel auch auf der Rückseite der Fliesen auftragen, verstärken Sie damit die Haftung zwischen Fliese und Untergrund. Für die gleichmäßigen Abstände zwischen den einzelnen Platten nutzen Sie einfache Fliesenkreuze. Ist der Mörtel ausgehärtet, können Sie die Fugen mit einem speziell dafür vorgesehenen Fugenmörtel ausfüllen.

Fazit

Granit ist ein wunderbarer Naturbaustoff, robust und widerstandsfähig zugleich. Entscheiden Sie sich dafür, die Granitplatten lose zu verlegen, erhalten Sie einen lange haltbaren Belag für Ihre Terrasse. Können Sie sich die benötigten Maschinen wie Nassschleiftisch oder Rüttelplatte aus Ihrem Baumarkt leihen, fällt Ihnen die Arbeit deutlich leichter. Das Verlegen der Granitplatten ist auch für Heimwerker gut möglich, sodass zum relativ hohen Preis der Platten kein Lohn für Handwerker fällig wird.