Tipps zur Auswahl der WDVS-Dämmung
Welche WDVS-Dämmung bei einem Bauvorhaben zur Ausführung kommt, diese Entscheidung wird nicht nur durch die Kosten oder die Auswahl des Bauherrn beeinflusst. Auch die Brandschutzanforderungen an das Gebäude, die in den jeweiligen Landesbauordnungen enthalten sind, sowie die Vorgaben aus der Energieeinsparverordnung bezüglich des Wärmedurchgangskoeffizienten von Außenwänden spielen eine Rolle. Beide Eigenschaften sind den Datenblättern des jeweiligen Dämmstoffes zu entnehmen. Um eine lange Lebensdauer und einwandfreie Funktion sicherzustellen, ist es zudem wichtig, dass alle Komponenten des Wärmedämmverbundsystems, vor allem die Dämmung und der Putz, aufeinander abgestimmt sind. Entscheiden Sie sich jetzt für Ihre Dämmung und schauen Sie bei unserem Onlineshop vorbei!
Mögliche Nachteile von WDVS-Dämmungen
Wärmedämmverbundsysteme bieten viele Vorteile, allerdings gibt es auch Aspekte, die als nachteilig empfunden werden können. Ein häufiger Kritikpunkt ist die Anfälligkeit für mechanische Schäden, insbesondere bei weichen Dämmstoffen wie EPS. Stoßbelastungen oder Hagelschlag können die Oberfläche beschädigen, wenn kein verstärktes Gewebe oder Panzergewebe verwendet wird. Zudem erfordert ein WDVS eine fachgerechte Verarbeitung. Fehler beim Kleben, Dübeln oder Verputzen können zu Rissen, Feuchtigkeitseintritt oder Algenbildung führen. Auch die Optik wird manchmal kritisiert, da WDVS-Fassaden in den frühen Jahren der Technik weniger strukturelle Vielfalt boten als massive Putzfassaden. Moderne Systeme haben dieses Problem weitgehend behoben.
Entsorgung: Ist WDVS Sondermüll?
Ob ein WDVS als Sondermüll gilt, hängt vom verwendeten Dämmstoff ab. Mineralwolle muss je nach Zusammensetzung und Herstellungsjahr gesondert entsorgt werden, gilt jedoch nicht zwingend als Sondermüll. EPS-Dämmstoffe sind grundsätzlich kein Sondermüll – außer sie enthalten das Flammschutzmittel HBCD, das bis 2016 verwendet wurde. Diese alten Dämmstoffe wurden zeitweise als gefährlicher Abfall eingestuft, heute jedoch wieder überwiegend als nicht-gefährlicher Abfall entsorgt. Wichtig ist eine fachgerechte Abtrennung der Materialien, da WDVS aus mehreren Schichten besteht. Moderne Holzfaser- oder Resol-Dämmstoffe können meist problemlos und umweltgerecht entsorgt oder recycelt werden.
Brandschutzanforderungen und Vorschriften
Der Brandschutz ist ein wesentlicher Teil der WDVS-Planung. Mineralwolle-Dämmungen gelten als „nicht brennbar“ und erfüllen die höchsten Brandschutzklassen. EPS- und andere Polystyrolsysteme sind „schwer entflammbar“ und dürfen nur mit systemgerechten Brandsperren (Brandriegeln) eingesetzt werden. Die Landesbauordnungen schreiben vor, welche Materialien in welchen Gebäudeklassen verbaut werden dürfen. Bei höheren Gebäuden ab GK 4 ist häufig nicht brennbare Dämmung vorgeschrieben. Zudem muss die gesamte Fassade nach DIN 4102 bzw. EN 13501 zertifiziert sein. Ein korrekt ausgeführtes WDVS erfüllt alle sicherheitsrelevanten Vorschriften und gilt bei fachgerechtem Aufbau als brandsicher.
Ökologische Auswirkungen von WDVS-Dämmungen
Die Umweltauswirkungen eines WDVS hängen stark vom verwendeten Dämmstoff ab. EPS verursacht bei der Herstellung höhere CO₂-Emissionen, reduziert aber über seine Lebensdauer deutlich mehr Energieverbrauch, sodass die Bilanz meist positiv ausfällt. Mineralwolle benötigt viel Energie in der Produktion, bietet jedoch eine lange Lebensdauer und ist recycelbar. Holzfaser-Dämmungen sind besonders nachhaltig, da sie aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden und sehr gute ökologische Eigenschaften besitzen. Grundsätzlich übertrumpft der Einsparungseffekt von Heizenergie meist jeden ökologischen Nachteil – insbesondere bei Bestandsgebäuden mit hohem Energieverbrauch. Wichtig ist eine fachgerechte Entsorgung und regelmäßige Wartung, um die Lebensdauer eines WDVS zu maximieren.












